Ein Blick nach vorn

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„Nach dem Spiel ist vor dem Spiel“

Wenn auch das wichtigste Ziel erreicht ist, so bleibt doch einiges zu tun.

Name der neuen Schule

Paragraf 6, Ziffer 6 des nordrhein-westfälischen Schulgesetzes schreibt vor: „Jede Schule führt eine Bezeichnung, die den Schulträger, die Schulform und die Schulstufe angibt. … Der Name der Schule muss sich von dem anderer Schulen am gleichen Ort unterscheiden.“ Das Minimum wäre also „Gesamtschule der Stadt Gescher, Sekundarstufe I und II“, so schlicht wie die „Städtische Realschule Gescher“ immer und auch früher die „Gemeinschaftshauptschule der Stadt Gescher“ bis etwa 1980 geheißen hat. Wenn man einen weitergehenden Namen finden will, gibt es verschiedene Möglichkeiten: Eine verdiente Persönlichkeit aus Gescher könnte Pate stehen, wobei man sehr wohl überlegen müsste, wer im Kontext der Schule vorbildhaft ist bzw. war. Aber auch das Profil der Schule könnte eine Richtschnur für einen Namen sein: Eine naturwissenschaftliche Ausrichtung würde einen anderen Namensgeber erfordern als ein musischer Schwerpunkt. Mein Vorschlag: Nichts überstürzen, sondern die ersten Jahre zur Entwicklung eines Konzeptes und Profils der neuen Schule nutzen, anschließend keine einsame Entscheidung des Schulträgers, sondern ein Prozess, der eine breite Beteiligung der betroffenen Lehrer, Eltern und Schüler gewährleistet.

Ein Konzept muss her.

Damit wären wir bei der wichtigen Frage: Welche Schwerpunkte sollte die neue Schule in ihrer pädagogischen Ausrichtung haben? Auch hier will ich keine weitergehenden Vorschläge machen, aber einige Kriterien nennen:

  • Das Konzept muss auf die Belange des Standortes Rücksicht nehmen. Es ist also zu fragen, welche Kenntnisse, Fähigkeiten und Kompetenzen benötigen Schülerinnen und Schüler mit den diversen Abschlüssen in Gescher? Das heißt auch: Welche Ausbildungsplätze stehen für Schülerinnen und Schüler mit dem Hauptschulabschluss oder mit dem Mittleren Bildungsabschluss zur Verfügung? Aber auch: Welche Kooperationspartner gibt es in Gescher – Sportvereine, musische Freizeitangebote, kirchliche Gruppen?
  • Das Konzept muss auf die vorhandenen Rahmenbedingungen Rücksicht nehmen. Das heißt auch: Welche Lehrkräfte gibt es an der Schule? Eine naturwissenschaftliche Schwerpunktsetzung funktioniert nicht ohne entsprechende Fachlehrer, also ausgebildete Chemie-, Physik-, Biologie- und Mathematiklehrer, die zurzeit am Lehrerarbeitsmarkt nur schwer zu bekommen sind.
  • Ein Schwerpunkt alleine macht noch kein Konzept. Neben der erwähnten Fachlichkeit spielen auch musische und sportliche Aktivitäten eine Rolle, gerade im außerunterrichtlichen Bereich: Theater, Chor, Orchester, Mannschaftssport usw.
  • Ein pädagogischer Schwerpunkt ist auch zu bedenken: Geschlechterspezifische Förderung könnte einer sein, also spezifische Angebote für Jungen und Mädchen; hierfür bietet sich der Ganztagsbereich an.

Die auslaufenden Schulformen müssen ihre Arbeit gut zu Ende führen können.

Das ist versprochen und muss gehalten werden. Selbstverständlich schließt das nicht aus, sondern fordert sogar die Zusammenarbeit mit der neuen Schule, aber auch von auslaufender Realschule und Hauptschule miteinander. Eine Schule, die zuletzt nur noch aus Klasse 10 besteht, kann alleine nicht vernünftig arbeiten. Es gibt keine hinreichenden Möglichkeiten in der Differenzierung, weder in der Leistungs- noch in der Wahlpflichtdifferenzierung.